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Spotanalyse

Mario Draghi läutet die letzte Runde ein

Lesedauer: 2 Min
Das Ende naht. Die EZB reduziert beginnend mit dem Oktober die Anleihekäufe von monatlich EUR 30 Mrd. auf EUR 15 Mrd. Ändert sich bis dahin die Welt nicht dramatisch, wird zum Jahresende dann der Hahn zugedreht. Nettozukäufe wird es dann keine mehr geben. Bei der Wiederanlagepolitik bleibt es aber. Die EZB-Bilanzsumme bleibt bis auf weiteres aufgebläht.

Auf einem anderen Blatt steht hingegen die EZB-Zinspolitik. Hier wird es nach offizieller Verlautbarung bis Ende des Sommers 2019 keine Änderung geben. Es ist auch noch nicht ausgemacht, ob die Währungshüter dann tatsächlich zügig an der Zinsschraube drehen werden. Und auch wenn die EZB zur Tat schreitet, kann zunächst lediglich die Höhe des Einlagesatzes zur Disposition stehen. Ein höherer Refinanzierungssatz ist also möglicherweise erst ein Thema für das Jahr 2020.

In Anbetracht der schwierigen Situation in einigen Schwellenländern erwähnt der EZB-Chef auch, dass hierbei die Risiken an Relevanz gewonnen haben. Allerdings bleibt diese Bemerkung ohne weitere Konsequenz für die Währungshüter. Der Wachstumsausblick wird weiterhin als ausgewogen erachtet.

Insgesamt gilt: Mario Draghi ließ heute keine Nervosität erkennen. Das macht einmal mehr deutlich, dass die Notenbanker an ihrem Fahrplan festhalten wollen. Letztlich gibt es auch nur schwerlich Alternativen, denn die Knappheitsproblematik im Bereich von deutschen Bundesanleihen macht einen Stopp der Wertpapierkäufe erforderlich.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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