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Spotanalyse

Mario Draghi lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Lesedauer: 2 Min
Der Chef der Europäischen Zentralbank EZB ist zuversichtlich, dass die Inflationsraten in Zukunft höher ausfallen werden.

Mario Draghi behält die Ruhe. Der Chef der Europäischen Zentralbank EZB ist zuversichtlich, dass die Inflationsraten in Zukunft höher ausfallen werden. Die ökonomischen Risiken werden weiterhin als «weitgehend ausgewogen» erachtet. Für Italien rechnet der EZB-Präsident mit einer Lösung in den Budgetstreitigkeiten.

Mario Draghi sieht trotz der aufkommenden Wolken am Konjunkturhimmel keinen Grund den Kurs zu ändern. Klar ist, dass die EZB zunächst die neuen Projektionen ihrer Volkswirte abwarten will. Mario Draghi betonte dies mehrfach. Die neuen Schätzungen für das Wirtschaftswachstum als auch für die Inflation werden im Dezember vorliegen. Auf Basis dieses Zahlenmaterials wird dann die geldpolitische Ausrichtung justiert. Sollte sich bis dahin der wirtschaftliche Ausblick nicht noch weiter deutlich verschlechtern, wird die EZB ihre Anleihekäufe einstellen. Der Notenbankvorsitzende machte aber auch deutlich, dass die EZB stets handlungsbereit sei. Sollte sich die konjunkturelle Lage massiv verschlechtern, wären aus unserer Sicht neuerliche langfristige Refinanzierungsgeschäfte eine Option. Eine Verlängerung der Anleihekäufe kommt aus Knappheitsgründen im Bereich von Bundesanleihen sicherlich nicht infrage. Die EZB-Sitzung im Dezember wird also spannend werden.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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