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Spotanalyse

ifo-Geschäftsklimaindex untermauert die konjunkturelle Schwächephase

Lesedauer: 1 Min
Der ifo-Geschäftsklimaindex fällt im Oktober von 103.7 auf 102.8.

Das konjunkturelle Bild wird klarer. Die deutsche Wirtschaft schlittert in eine Schwächephase. Die Handelsstreitigkeiten, die schwierigen Brexit-Verhandlungen und Sorgen um die italienischen Staatsfinanzen verunsichern die sensible Unternehmerseele. Geplante Investitionen werden vielerorts deshalb vorerst zurückgestellt. Eine nachgebende Investitionsbereitschaft erweist sich aber als zusätzlicher konjunktureller Bremsklotz. Zu allem Überfluss kommen mit dem Dieselskandal und den noch immer fehlenden Autozulassungen nach dem neuen WLTP-Testzyklus hausgemachte Belastungen hinzu. Es ist also kein Wunder, dass der ifo-Geschäftsklimaindex weiter zur Schwäche neigt. Der Index für die weiteren Geschäftsaussichten sinkt im Oktober sogar erneut unter die Marke von 100 und macht deutlich, dass die konjunkturelle Schwächephase auch noch etwas länger anhalten wird.

Im Verarbeitenden Gewerbe springt die Konjunkturampel von grün auf orange. Stabilisierend wirken hingegen der private Konsum und vor allem die gut laufende Bauwirtschaft. Vorausschauend gilt: Es ist noch nicht aller Tage Abend. Schlägt etwa Donald Trump nach den US-Kongresswahlen versöhnlichere Töne an und kommt es gar zu einer Lösung mit China und der EU, würde die Konjunkturzuversicht davon profitieren. Im Falle der Brexit-Verhandlungen bedarf es einer raschen Klarheit. Ob harter Brexit oder weicher Brexit - die Industrie möchte nun vor allem eine klare Entscheidung, um mit ihren Planungen fortfahren zu können.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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