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Spotanalyse

G20-Gipfel: So schlau wie zuvor

Lesedauer: 2 Min
Es war zu erahnen: Zu Wochenbeginn sind wir so schlau wie zum Vorwochenschluss. Ja, Donald Trump und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping redeten miteinander. Das ist eigentlich schon die zentrale Botschaft, denn zu einer grossen Lösung im Handelsstreit kam es nicht.

Die US-Seite verzichtet zunächst auf die Erhöhung der Strafzölle von 10 % auf 25 % zu Jahresbeginn, gleichzeitig bekommt China ein Ultimatum gestellt: Wenn Peking den Forderungen Washingtons binnen 90 Tagen nicht nachkommt, wollen die USA bestehende Strafzölle wie geplant erhöhen. Sepp Herberger würde sagen: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“

Um aber dem insgesamt für die Finanzmärkte enttäuschenden Gipfel-Ergebnis doch noch etwas Positives abzugewinnen: Es finden in den kommenden Monaten zumindest Gespräche statt. Alleine diese Tatsache ist in diesen unruhigen Zeiten keine Selbstverständlichkeit. Es besteht dabei sogar die Hoffnung auf eine Einigung und das nicht etwa, weil Donald Trump sanftmütiger geworden ist, sondern aus rein egoistischer Sicht. Die vom Weissen Haus angezettelten Handelsstreitigkeiten führten in den vergangenen Monaten zu einer globalen wirtschaftlichen Abkühlung. Unternehmen sind stark verunsichert und stellen Investitionen zurück. Von der langsameren konjunkturellen Gangart sind die USA selbst auch betroffen. Gerade deshalb könnte sich Donald Trump veranlasst sehen, nicht noch weiteres Öl ins Feuer zu giessen. Eine Nichteinigung und weitere Strafzölle könnten die US-Wirtschaft selbst hart treffen. Die Chancen auf eine Wiederwahl des Präsidenten würden sinken. Das kann sicherlich nicht im Interesse Donald Trumps sein.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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