Direkt zum Inhalt
Spotanalyse

Fed: Nächste Zinserhöhung im Dezember

Lesedauer: 1 Min
Die US-Notenbanksitzung legt die Grundlage für eine nächste Zinserhöhung im Dezember.

Das Statement erwähnt weiterhin das starke US-Wachstum. Dagegen wird nicht genannt, dass sich die Weltwirtschaft abkühlt. Auch der sich abschwächende US-Immobilienmarkt kommt im Text nicht vor. Kurzum: Gerade das Nichtgesagte, also die Ausklammerung der Risiken, lässt auf eine bevorstehende Zinserhöhung im kommenden Monat schliessen. Vermutlich möchte die Fed keinen Sand ins Getriebe streuen. Die US-Währungshüter wollen glaubhaft bleiben und die vierte Zinserhöhung im laufenden Jahr vollenden. Die Aufwertungen des US-Dollars im Anschluss an die Veröffentlichung des Pressetextes zeigen, dass an den Märkten sehr wohl eine gewisse Skepsis bestand, ob die Washingtoner Institution nicht doch einen vorsichtigeren Ton anschlägt.

Spannend wird die Geldpolitik im kommenden Jahr. Die Weltwirtschaft tritt auf die Bremse. Auch die US-Wirtschaft wird in den kommenden Quartalen kleinere Brötchen backen. Die Frage lautet: Wird die Fed pausieren oder an ihrem Kurs der moderaten Zinserhöhungen festhalten? Zu vermuten ist, dass diese Fragestellungen durchaus Bestandteil der heutigen Diskussion der Währungshüter waren. Vermutlich wird das Protokoll der Notenbanksitzung spannender zu lesen sein als der heute veröffentlichte relativ lapidare Pressetext.

---

Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

#Spotanalyse
 ·  Spotanalyse
Coronavirus – Eurozone ist bislang wirtschaftlich immun
Mehr dazu
 ·  Spotanalyse
Deutschland: Das Coronavirus infiziert die ZEW-Konjunkturerwartungen
Mehr dazu
 ·  Spotanalyse
Deutschland: Mehr als eine Stagnation lag nicht drin
Mehr dazu