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Spotanalyse

EZB: Keine Zinserhöhung im laufenden Jahr

Lesedauer: 2 Min
Mario Draghi hält die Füße still.

Ein grosser kommunikativer Kurswechsel war nicht zu erkennen. Mario Draghi machte vielmehr klar, dass die EZB an ihrem Kurs festhalten wird. Die schleppende Inflationsentwicklung macht weiterhin eine expansive Geldpolitik erforderlich. Der EZB-Chef wurde im Laufe der Pressekonferenz sogar ungewöhnlich deutlich: Die Chancen auf eine Zinserhöhung in diesem Jahr seien sehr gering. Die Währungshüter werden aber in den kommenden Monaten verstärkt darüber diskutieren, ob die Anleihekäufe im September eingestellt werden oder ob es mit gleichem oder einem reduziertem Volumen weitergeht. Selbst wenn die Anleihekäufe im September eingestellt werden, bleibt die Wiederanlage fällig werdender Papiere davon auszugenommen.

Mario Draghi versuchte heute den Marktspekulationen Einhalt zu gebieten, wonach die EZB möglicherweise dem Inflationsausblick ein stärkeres Gewicht beimessen wird. Vorerst bleibt alles beim Alten. Der Euro sprang derweil während der EZB-Pressekonferenz auf Niveaus über 1.25. An den Finanzmärkten hat man sich hinsichtlich verbaler Interventionen wohl mehr erhofft. Erst die klärenden Worte, dass die Chancen für eine Zinserhöhung im laufenden Jahr sehr gering seien, bereitete dem kurzzeitig entfachten Euro-Anstieg ein Ende.

Draghi stellte grundsätzlich nochmals klar, dass eine stärkere Währung Implikationen für den Wachstums- und Inflationsausblick haben könne. Gerade letzteres wird an den Devisenmärkten unterschätzt. Tatsächlich dämpft der starke Euro die Teuerungsraten, da importierte Güter günstiger werden. Je stärker der Euro wird, desto schwerer fällt der Ausstieg aus der ultra-expansiven EZB-Geldpolitik. An den Devisenmärkten sollte dies stärker ins Kalkül gezogen werden.

 


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