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Spotanalyse

EZB: Anleihekäufe werden zum Jahresende eingestellt

Lesedauer: 2 Min
EZB: Anleihekäufe werden zum Jahresende eingestellt

Die EZB schafft heute klare Fakten: Die Zinsen bleiben unverändert. Die Anleihekäufe werden bis September mit dem bisherigen Volumen von EUR 30 Mrd. fortgesetzt. Ab Oktober geht es dann mit einem reduzierten Volumen von EUR 15 Mrd. weiter. Die Reduktion des monatlichen Aufkaufvolumens hängt allerdings vom Datenfluss ab. Das will heissen: Verschlechtert sich der Inflationsausblick, geht es vermutlich mit EUR 30 Mrd. weiter. Zum Jahresende 2018 soll dann aber Schluss sein. Die Zinsen, auch hier ist die EZB deutlich, bleiben bis mindestens zum Ende des Sommer 2019 unverändert. Die Wiederanlage der Wertpapiere bleibt noch für eine längere Zeit in Kraft.

Die europäischen Währungshüter werden heute ungewöhnlich deutlich. Während das Ende der Anleihekäufe zum Jahresende 2018 weitgehend erwartet worden war, ist die Aussage zu den Zinsen für eine Notenbank aussergewöhnlich unverklausuliert. Mario Draghi beugt damit Spekulationen einer baldigen Zinserhöhung vor. Die Währungshüter wollen damit eine Aufwertung des Euro verhindern. Tatsächlich reagierte der Euro nach Veröffentlichung des Pressetextes mit Schwäche. Dies zeigt einmal mehr, dass die Wechselkursnotierungen einige Zinserhöhungsfantasien in sich trugen.

Mario Draghi gelingt einmal mehr ein schwieriger kommunikativer Spagat. Während die Aussicht auf eine Einstellung der Anleihekäufe den Euro möglicherweise unter Aufwertungsdruck gebracht hätte, ist das Gegenteil der Fall. Das Beibehalten eines niedrigen Zinssatzes bis mindestens Sommer 2019 enttäuscht die Märkte und führte sogar zu einer EUR-Schwäche. Die EZB bleibt jedenfalls noch für einen sehr langen Zeitraum eine sehr expansive Notenbank.

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