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Spotanalyse

Eurozone: Wachstum enttäuscht im 3. Quartal

Lesedauer: 2 Min
Das BIP wächst im Zeitraum Juli bis September 2018 um 0.2% gegenüber dem Vorquartal.

Das BIP wächst im Zeitraum Juli bis September 2018 um 0.2% gegenüber dem Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahresquartal steht ein Plus von 1.7 % zu Buche.

Der Konjunkturmotor kommt spürbar ins Stottern. Die Handelskonflikte streuten Sand ins Getriebe, aber auch die Zertifizierung von Fahrzeugen nach dem WLTP-Testverfahren belastete die Produktion in der für die Eurozone so wichtigen Automobilwirtschaft. Namentlich gehören dazu vor allem die deutschen Fahrzeugbauer. Kein Wunder also, dass vor allem auch Deutschland die konjunkturelle Expansion in der Eurozone gebremst hat. Vermutlich stagnierte das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum Juli bis September. Fest steht derweil schon, dass auch die italienische Wirtschaft ein Nullwachstum verbucht hat. Die politischen Querelen in Rom dürften den Unternehmen die Investitionslaune verdorben haben.

Bislang deutet alles darauf hin, dass die Wachstumsraten in den kommenden Quartalen wieder etwas besser aussehen werden. Die Betonung liegt dabei auf „etwas“, denn wichtige Konjunkturfrühindikatoren legen nach wie vor eine schleppende wirtschaftliche Entwicklung nahe. Fährt aber die Automobilwirtschaft im Schlussquartal 2018 die Produktion wieder hoch, wird dies positiv auf die gesamtwirtschaftlichen Expansionsraten abfärben. Hoffnungsfroh stimmt auch, dass der Arbeitsmarkt bislang nicht in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Gerade die deutsche Wirtschaft segelt hart am Wind der Weltwirtschaft und verbucht trotz der Handelskonflikte einen fortgesetzten Beschäftigungsaufbau. Das stimmt zuversichtlich.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group