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Spotanalyse

Eurozone: Inflationsrate fällt im November – EZB steckt in Schwierigkeiten

Lesedauer: 2 Min
Die Inflationsrate fällt einer vorläufigen Schätzung zufolge im November von 2.2 % auf 2.0 %. Die Kernrate fällt von 1.1 % auf 1.0 %.

Der Rückgang der Inflationsrate wäre ohne gewisse Sondereffekte sogar stärker ausgefallen. In Teilen der Eurozone geriet der Nachschub von Öl und Treibstoff ins Stocken und hielt die Energiepreise auf relativ hohem Niveau. Hintergrund ist das Niedrigwassers in den Flüssen und die damit nur eingeschränkt funktionierende Binnenschifffahrt, was wiederum Lieferketten im Energiebereich zum Erlahmen brachte. Aber auch ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise ist die Teuerung auf Rückzugskurs.

Die derzeitige Gemengelage ist für die EZB alles andere als angenehm. Die Teuerungsentwicklung hat ihren vorläufigen Zenit überschritten und die Konjunktur kühlt sich merklich ab. Deutschland verbuchte im dritten Quartal sogar einen BIP-Rückgang. Mario Draghi möchte zum Jahresende 2018 aber die monatlichen Wertpapierkäufe einstellen. In Anbetracht der Datenlage wird dies zu einem schwierigen Unterfangen. Da der EZB aber aufgrund ihrer selbstauferlegten Restriktionen das Aufkaufmaterial ausgeht, ist ein Stopp der Käufe fast schon unumgänglich. Mario Draghi wird also trotz aller Widrigkeiten einen Schlusspunkt setzen. Im Bedarfsfalle könnte die EZB, wie bereits vielerorts spekuliert wurde, zur Kompensation ein langfristiges Refinanzierungsgeschäft in Aussicht stellen. Eines steht jedenfalls fest: Im Notfall war auf die geldpolitische Kreativität von Mario Draghi stets Verlass.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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