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Spotanalyse

Deutschland: Eingeschränkte Rheinschifffahrt hält Teuerung hoch

Lesedauer: 2 Min
Die Inflationsrate fällt einer vorläufigen Schätzung zufolge im November von 2.5 % auf 2.3 %. Ohne unterbrochene Öllieferketten wäre der Preisrückgang deutlicher ausgefallen.

Schade, sehr schade sogar. Gerade in den Herbstmonaten würde ein rückläufiger Ölpreis für eine spürbare Entlastung vieler Haushalte führen, müssen doch die Heizölvorräte für die bevorstehenden Wintermonate befüllt werden. Die Ölhändler taten den Verbrauchern sogar den Gefallen und schickten die Preise auf Talfahrt. Aber Pustekuchen, die gefallenen Weltmarktpreise kommen bei den Haushalten derzeit nicht an. Schuld daran ist die lange anhaltende Trockenphase. Die Rheinschifffahrt ist eingeschränkt. Wichtige Lieferketten sind damit unterbrochen und die Energiepreise bleiben auf einem hohen Niveau.

Während also in den USA die günstigeren Spritpreise mehr Geld für die Weihnachtseinkäufe übrig lassen, reibt sich so mancher deutscher Autofahrer an der Zapfsäule ungläubig die Augen. Es muss deshalb nicht weiter verwundern, dass die Teuerungsrate mit 2.3 % auf einem verhältnismässig hohen Niveau bleibt. Da im Vorjahresmonat die Ölpreise Fahrt aufnahmen, hätte ohne das Niedrigwasser der deutschen Flüsse ein spürbarer Rückgang der Inflationsrate auf dem Programm gestanden. Wie die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, legte die Energiepreiskomponente der Inflationsrate sogar deutlich zu.

Für die Energiepreise wäre also eine länger anhaltende Regenperiode ein Segen. Nichtsdestotrotz sprechen Basiseffekte in den bevorstehenden Monaten für eine moderat fallende Inflationsrate – auch wenn die Schifffahrt auf den deutschen Flüssen eingeschränkt bleibt.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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