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Spotanalyse

Deutschland: BIP schrumpft im dritten Quartal

Lesedauer: 1 Min
Das deutsche BIP gibt im dritten Quartal um 0.2 % nach.

Es kam schlimmer als erwartet. Erstmalig seit mehr als drei Jahren ist wieder ein negatives Vorzeichen zu vermelden. Die Probleme in der Automobilwirtschaft reissen das BIP im dritten Quartal in ein Wachstumsloch. Die Produktionsausfälle im Zuge der Umstellung auf das neue Emissionstestverfahren belastet die automobilabhängige deutsche Volkswirtschaft massiv. Doch um die Autohersteller nicht zum alleinigen Buhmann zu machen: Auch ohne den Sondereffekt der Fahrzeugindustrie wäre der BIP-Zuwachs nicht berauschend ausgefallen. Eine schleppende Exportentwicklung dürfte für Bremsspuren gesorgt haben. Hier belasten auch die von den USA losgetretenen Zollstreitigkeiten.

Liegen in den kommenden Wochen die Fahrzeugzulassungen nach dem neuen Emissionstestverfahren vor, werden Nachholeffekte für ein wieder etwas höheres Wachstum sorgen. Deutlich höhere Wachstumsraten – Fehlanzeige. Die Handelsstreitigkeiten belasten die globale Investitionslaune. Darunter wird die bundesdeutsche Wirtschaft noch einige Zeit leiden. Die gute Nachricht ist, dass derzeit andererseits auch keine Rezessionsgefahren ableitbar sind. Die aktuelle Konjunkturschwäche passt vielmehr in das übliche Muster von Phasen steigender und fallender Wachstumsraten. Um es einmal positiv auszudrücken: Ab und an eine kalte Dusche verhindert eine Überhitzung und macht einen Aufschwung länger haltbar.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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