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Spotanalyse

Deutschland: Auftragseingänge legen im August kräftig zu

Lesedauer: 2 Min
Deutschland: Auftragseingänge legen im August kräftig zu

Im August verbuchen die Auftragseingänge ein Plus von 2.0 % gegenüber dem Vormonat.

Da fällt einem einen Stein vom Herzen. Endlich mal wieder ein positives Vorzeichen bei den Auftragseingängen – zumindest gegenüber dem Vormonat. Bislang war das Jahr bei den Neubestellungen eine grosse Enttäuschung. Hätte sich der negative Trend auch im August fortgesetzt, wären die wirtschaftlichen Sorgenfalten stärker geworden. Nichtsdestotrotz, misst man die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahresmonat, sieht das Bild mager aus. Immerhin wird gegenüber dem August 2017 ein Minus von 2.1 % verbucht. Das ist durchaus ordentlich. Erstaunlich ist die Auftragszusammensetzung. Während die Neubestellungen aus Deutschland und der Eurozone weiter im Minus liegen, wird aus Übersee ein Zuwachs von satten 11.1 % vermeldet. Der Handelsstreit scheint sich gemessen an diesem Zahlenwerk bislang noch nicht klar erkennbar niederzuschlagen.

Das Plus im August gegenüber dem Juli gibt Hoffnung, dass es in den kommenden Monaten bei den Neubestellungen wieder bergauf geht. Der bislang im Jahresverlauf schwache Auftragseingang ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Das neue Abgastestverfahren in der Automobilindustrie und die noch fehlenden Modellzulassungen spielen eine Rolle. Darüber hinaus gilt: Im zweiten Halbjahr 2017 füllten sich die Auftragsbücher kräftig, weshalb der schwächere Zuwachs im laufenden Jahr in gewissem Masse auch eine Normalisierung darstellt. Inwieweit die Unsicherheiten im Zuge der Handelsstreitigkeiten die Neubestellungen aus dem Inland beeinflussen, kann nur schwer abgeschätzt werden.

Die Chance, dass in den kommenden Monaten Zuwächse verbucht werden, ist gross. Wenn sämtliche Modelle der deutschen Automobilhersteller eine Zulassung nach dem neuen WLTP-Testzyklus haben, könnten Nachholeffekte auf dem Programm stehen. Man muss sich deshalb um die deutsche Wirtschaft keine Sorgen machen, auch wenn im Jahr 2018 ein niedrigeres Wachstum, als ursprünglich erwartet worden war, auf dem Programm steht.

 


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