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Spotanalyse

Auftragseingänge für den September

Lesedauer: 2 Min
Die Auftragseingänge verbuchen im September ein Plus von 0.3 % gegenüber dem Vormonat.

Das sieht doch gar nicht so schlecht aus! Die Konsensprognose legte einen neuerlichen Rückgang nahe, stattdessen steht nun ein Plus zu Buche. Zwar fällt der Zuwachs von 0.3 % nicht besonders üppig aus, doch was alleine zählt, ist das Vorzeichen. Erfreulich ist darüber hinaus, dass das satte Vormonatsplus von ursprünglich 2.0 % auf 2.5 % nach oben revidiert wurde.

Der Blick in die Details ist erstaunlich. Die inländischen Bestellungen als auch diejenigen aus der Eurozone sind erneut klar im Minus, während die Aufträge aus Übersee kräftig zulegen. Eigentlich war Umgekehrtes zu erwarten gewesen. Zunehmende Modellzulassungen im Zuge des neuen Abgastests WLTP sprachen für einen gewissen Nachholbedarf bei Aufträgen für die Automobilindustrie, stattdessen müssen wir wohl auf diesen Effekt noch etwas warten. Sei’s drum, Hauptsache die Aufträge wachsen überhaupt.

Die heute in den USA stattfindenden Zwischenwahlen werden auch Implikationen für die zukünftigen deutschen Auftragseingänge haben. Die von Donald Trump angezettelten Handelsstreitigkeiten drücken auf die Investitionslaune der Unternehmen. Weniger Investitionen heißt weniger Exporte und in weiterer Folge weniger neue Aufträge. Erobern die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurück, wäre Donald Trump möglicherweise gezwungen, mildere Töne gegenüber den Handelspartnern anzuschlagen. Eine berechenbarere US-Handelspolitik könnte zu neuem globalen Investitionsvertrauen führen, wovon die deutschen Unternehmen mit wieder mehr Bestellungen profitieren sollten.

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Dr. Thomas Gitzel
Chief Economist, VP Bank Group

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