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Spotanalyse

Spotanalyse EZB: Der vorsichtige Mr. Draghi

Lesedauer: 2 Min
Mario Draghi bleibt vorsichtig. Der geldpolitische Rat begann zwar eine Diskussion über das Wertpapieraufkaufprogramm, doch laut Draghi sei man dabei noch in einem sehr frühen Stadium.

Konkreter wird es laut dem EZB-Chef im Oktober. Zur aktuellen Stärke des Euro nahm Draghi lediglich indirekt aber dennoch deutlich Stellung. Die Aufwertungen der europäischen Gemeinschaftswährung würden ökonomische Implikationen auf die Wachstumsrate als auch auf die Inflationsrate haben. Die EZB-Volkswirte mussten aufgrund der Euro-Stärke bereits die Inflationsprognosen für die kommenden Jahre zurücknehmen. Die Botschaft ist klar: Weitere Kursgewinne des Euro belasten den Inflationsausblick. Muss der Teuerungsausblick aufgrund der Währungsstärke weiter zurückgenommen werden, können die Frankfurter Währungshüter schwerlich zu einer restriktiveren Geldpolitik schwenken. An den Devisenmärkten scheint man aber diesen Wink mit dem Zaunpfahl nicht zu verstehen, denn noch während der EZB-Sitzung wertete der Euro weiter auf.

Mario Draghi fasst seine aktuelle Geldpolitik mit Samthandschuhen an. Das hat seine Gründe: Wenn im Oktober eine Anpassung ihres Wertpapieraufkaufprogramms verkündet, erfolgt dies nicht etwa, weil die EZB ihre Inflationsziele erfüllt hat, sondern alleine aufgrund regulatorischer Gegebenheiten. Würden die Frankfurter Währungshüter ungebremst weiterkaufen, verletzten sie schon bald die Ankaufobergrenze von 33% je Emittent. Weil nun aber regulatorische und nicht etwa ökonomische Gründe für eine Reduzierung der monatlichen Wertpapierkäufe sprechen, wird die EZB äußerst behutsam vorgehen. Wir sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass Mario Draghi nun die Ruder stark herumreißt. Eine zu erwartende Reduktion der monatlichen Wertpapierkäufe im kommenden Jahr wird sehr sachte ausfallen.


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