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Spotanalyse

EZB: Mario Draghi zeigt sich entspannt

Lesedauer: 2 Min
Mario Draghi präsentierte sich heute sehr gelassen.

Die Kernaussagen der EZB bleiben im Wesentlichen unverändert. Die neuen Projektionen sehen ein stärkeres Wachstum vor, allerdings bleibt im Vergleich hierzu der Inflationsausblick gedämpft. Mario Draghi betont, dass aufgrund der schleppenden Inflationsentwicklung nach wie vor ein umfangreiches geldpolitischer Stimuli notwendig sei.

Die EZB hat ihren Kurs für das kommende Jahr im Oktober festgezurrt. Die Notenbank hat im Moment keine Notwendigkeit einer Änderung. Die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone schreitet voran und die Teuerungsentwicklung bleibt überschaubar. Genau auf diese Situation gingen die europäischen Währungshüter im Oktober ein: Die Anleihenkäufe werden ab Januar von EUR 60 Mrd. auf EUR 30 Mrd. reduziert. Die Reduktion des Anleihenaufkaufvolumens ist im Wesentlichen der besseren wirtschaftlichen Entwicklung geschuldet, andererseits kann aufgrund der trägen Inflationsentwicklung nicht vollständig auf die Käufe verzichtet werden. Viele Notenbanken, nicht nur die EZB, sehen sich derzeit einem schwierigen Spagat gegenüber: Die wirtschaftliche Erholung fällt stellenweise beachtlich aus, doch die Inflationsentwicklung bleibt dahinter zurück. Ob Geldpolitik an dieser Situation tatsächlich etwas ändern kann, bleibt fraglich. Fak ist aber, dass die EZB konsistent bleiben muss. Ein vollständiger Stopp der Anleihenkäufe kommt nicht in Frage, solange die Inflationsrate nicht in der Nähe der EZB-Ziele ist. Ein anderes Vorgehen würde bedeuten, dass Mario Draghi die Flinte ins Korn wirft. Da von einem raschen Anziehen der Teuerungsraten nicht auszugehen ist, werden die Frankfurter Währungshüter noch lange sehr expansiv bleiben. Eine Zinserhöhung wird nicht vor dem Jahr 2019 auf der Agenda stehen.


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