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Spotanalyse

EZB: Mario Draghi sucht den ganz sanften Ausstieg

Lesedauer: 2 Min
Mario Draghi sucht den ganz sanften Ausstieg

Kurz und knapp lautet die Botschaft: Wie erwartet. Die EZB drosselt im kommenden Jahr das Tempo ihrer Anleihenkäufe und reduziert das monatliche Kaufvolumen von 60 Mrd. auf 30 Mrd. Euro. Die Wertpapierkäufe werden bis Ende September fortgesetzt – mindestens. Sollte die Inflationsrate die EZB-Vorgaben nicht erfüllen, kann es auch über den September hinaus weitergehen. Wir halten damit fest: Ein explizites Datum für ein finales Ende gibt es nicht. Mehr noch, die EZB behält sich vor, gegebenenfalls auch das Kaufvolumen wieder nach oben zu setzen. Mario Draghi verteilt genügend Beruhigungspillen an den Börsen.

Das Pendel schwingt langsam zurück. Die EZB kannte seit dem Jahr 2011 nur eine Richtung: Expansiver und nochmals expansiver, hieß das Motto. Nun bewegt sich Mario Draghi ein kleines Stück zum Ausgang. Das Problem ist nur, dass die Ziele des Anleihenkaufprogramms nicht erreicht sind. Die Inflationsrate ist noch nicht auf dem Niveau des EZB-Ziels. Mario Draghi rudert also nicht aus ökonomischen, sondern aus rechtlichen Gründen zurück. Würden die Währungshüter ihr bisheriges Aufkaufvolumen beibehalten, würden sie schon bald mehr als 33 % der Deutschen Bundesanleihen halten. Laut den EZB-Statuten ist das jedoch nicht erlaubt. Die Reduktion des Kaufprogramms fällt deshalb vorsichtig aus. Ein Enddatum der Käufe wird nicht genannt und die Notenbanker können auch bei Bedarf auch wieder mehr Wertpapiere pro Monat kaufen.

An den Devisenmärkten wurden die Ergebnisse der Sitzung bislang weitgehend neutral aufgenommen. Der Euro verliert leicht gegenüber dem US-Dollar, er bleibt aber in seiner Handelsspanne der vergangenen Tage.


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