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Spotanalyse

Eurozone: Einkaufsmanagerindex – Vive la République

Lesedauer: 2 Min
Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone steigt im September von 57.4 auf 58.2 Punkte (Verarbeitendes Gewerbe). Das aggregierte Barometer des Verarbeitenden Gewerbes und des Servicesektors steigt von 55.7 auf 56.7.

Es läuft rund im Währungsraum: Der Einkaufsmanagerindex klettert von hohem Niveau weiter nach oben. Dabei gilt der guten deutschen Entwicklung nicht einmal die volle Aufmerksamkeit. Denn die eigentlich gute Nachricht kommt aus dem französischen Nachbarland. Es ist doch erstaunlich, wie stark sich die wirtschaftliche Stimmung in Frankreich in den vergangenen Monaten aufgehellt hat. Der französische Einkaufsmangerindex für das Verarbeitende Gewerbe notiert mittlerweile bei 56 Punkten. So optimistisch war das französische Unternehmerlager zuletzt im Jahr 2011. Die Grande Nation profitiert einerseits von der verbesserten wirtschaftlichen Situation in der Eurozone, andererseits läuft auch die französische Binnenkonjunktur mit einer höheren Drehzahl.

Der Zeitpunkt der Arbeitsmarktreform von Emmanuel Macron könnte also kaum besser gewählt sein. Gesetzesänderungen am Arbeitsmarkt lassen sich im streikfreudigen Frankreich in Zeiten eines wirtschaftlichen Aufschwungs besser umsetzen. Spüren die Bürger, dass es voran geht, können bittere Pillen besser geschluckt werden. Die Chancen, dass aus den derzeitigen Demonstrationen einzelner Gewerkschaften keine Massenbewegung von Millionen wird, sind also günstig. Generell gilt: In den kommenden Monaten sollte der Fokus Frankreich gehören. In Deutschland läuft es rund, das wissen wir. Was bislang fehlte war ein dynamisches Frankreich. Finden die beiden großen Nationen Deutschland und Frankreich wieder einen gemeinsamen wirtschaftlichen Weg, lässt sich eine weitere europäische Integration wesentlich einfacher umsetzen. Für ein nachhaltiges Überwinden der Eurozonen-Krise gibt es also kaum bessere Neuigkeiten.


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